Mitarbeiter überwachen

Mitarbeiter überwachen: Was ist erlaubt?

Dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern nicht blindlings vertrauen und sie deshalb gelegentlich kontrollieren, ist den meisten Menschen bekannt. Doch nicht alle Überwachungsmethoden sind erlaubt – in einigen Fällen verlassen die Unternehmen den gesetzlichen Rahmen, der in Deutschland sehr eng gesteckt ist. Was in Bezug auf die Mitarbeiterüberwachung erlaubt ist und was nicht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Videoüberwachung

Die Beobachtung der Angestellten per Video gilt als besonders effiziente Art und Weise der Mitarbeiterüberwachung. Dabei ist zwischen einer öffentlichen und offensichtlichen Videoüberwachung durch sichtbare Kameras und einer verdeckten Aufzeichnung durch unsichtbare Geräte zu unterscheiden. In beiden Fällen gilt, dass durch die Videoaufnahme das Persönlichkeitsrecht des Überwachten deutlich tangiert und gegebenenfalls sogar beeinträchtigt wird.

Wenn in öffentlichen Räumen gefilmt wird, ist von einer Tonaufzeichnung abzusehen. Ferner müssen Schilder auf die Überwachung hinweisen. Eine Observation ist nur dann zulässig, wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse nachweisen kann (z.B. wenn der Verdacht der Industriespionage besteht) und es gleichzeitig keine milderen Mittel gibt. Ganz von der Überwachung ausgenommen sind Umkleideräume, Schlafräume sowie Toiletten und sanitäre Anlagen.

PC-Überwachung

Die Computerüberwachung ist ein echtes Reizthema, das viele Arbeitnehmer umtreibt. Der Gedanke, bei der PC-Nutzung vom Chef beobachtet zu werden, erfüllt Mitarbeiter von Unternehmen aller Branchen mit Unbehagen. Ein wichtiges Stichwort ist in diesem Zusammenhang die informationelle Selbstbestimmung. Darunter wird das Recht des Einzelnen verstanden, selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen.

Grundsätzlich ist es Unternehmen untersagt, die Tätigkeiten ihrer Angestellten rund um die Uhr am Arbeitsplatz zu kontrollieren. Es ist jedoch rechtens, stichprobenartig zu überprüfen, ob die Angestellten ihren Verpflichtungen nachkommen, beispielsweise durch die Erstellung von Screenshots oder durch das Auswerten der Browserverläufe. Die Nutzung des Internets zu privaten Zwecken ist generell unzulässig – es sei denn, dass über den Arbeitsvertrag anderslautende Vereinbarungen getroffen wurden. Dies gilt übrigens auch für private Geräte: Wer innerhalb der Arbeitszeit mit dem Smartphone im Netz surft, erbringt keine Arbeitsleistung, sondern gibt sich privaten Vergnügungen hin.

GPS-Überwachung

Eine weitere Methode der Mitarbeiterüberwachung stellt die Lokalisierung per GPS dar. Der aktuelle Aufenthaltsort kann mit Hilfe der GPS-Technologie auf den Meter genau bestimmt werden. Die GPS-Lokalisierung kommt vor allem in der Transport- und Logistikbranche zum Einsatz. Auch Außendienstmitarbeiter von Versicherungen oder IT-Firmen werden immer häufiger per GPS überwacht.

Bei der GPS-Überwachung müssen verschiedene gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Wenn der betroffene Arbeitnehmer der Maßnahme zustimmt oder betriebliche Erfordernisse die Überwachung nötig machen, ist eine GPS-Ortung in der Regel zulässig. Ist ein Betriebsrat vorhanden, ist dieser über die geplante Überwachungsmaßnahme zu unterrichten. Der Einsatz einer Spionage-App ist nur dann rechtskonform, wenn sich das Zielgerät im Besitz des Unternehmens befindet.